Pistolen im Frack

Politik | Robert Rotifer | aus FALTER 19/08 vom 07.05.2008

GROSSBRITANNIEN London hat sich dem knuddeligen Boris Johnson an den Hals geworfen. Als Nächstes kommt das britische Unterhaus dran.

Als Tony Blair am Morgen nach dem 1. Mai 1997 als winkender Sieger vor der Downing Street stand, war das unzweifelhaft der Beginn einer Ära. Mit den Londoner Bürgermeisterwahlen ist sie elf Jahre später ebenso unzweifelhaft zu Ende gegangen.

Dabei äußerte sich Ken Livingstones beständige Popularität noch in der mit 140.000 Stimmen vergleichsweise knappen Marge der Niederlage bei der Londoner Wahl am vergangenen Wochenende. Bei den gleichzeitigen Kommunalwahlen in weiten Teilen von England und Wales hat Labour als drittgrößte Fraktion mit einem Stimmenanteil von 24 Prozent das schlechteste Ergebnis seit 40 Jahren eingefahren. Das reaktionäre Boulevardblatt Daily Express traf die Stimmung des Moments in seiner Schlagzeile "Brown and out". Dazu der unbeabsichtigt realsatirische Untertitel: "Er ist ein Desaster, und jetzt stehen sogar schon die Asylwerber


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