Presseschau

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 19/08 vom 07.05.2008

Manchmal bleibt nichts anderes übrig, da muss der Bundeskanzler eben ausrücken. Amstetten zum Beispiel. Also ging der Kanzler dorthin, wo ihn besonders viele hören, nämlich zur Bild-Zeitung, und wehrte sich dagegen, dass von "einigen ausländischen Medien" versucht werde, aus "diesem entsetzlichen Verbrechen etwas, spezifisch Österreichisches' zu konstruieren". Na, das hat der renommierten Herald Tribune aber nicht gefallen. Unter dem Titel "Das Verlies & die Österreicher" wird in einem Viertelseiter beklagt, dass die Zeiten, als Austria mit "Sound of Music" assoziiert wurde, vorbei seien. Stattdessen käme den Amis gleich Waldheim, Nazikunstraub und Kellerloch in den Sinn. Wen wundert's, dass der Kanzler zur Imagekampagne greift, wenn die im Ausland so gemein zu uns sind. Dabei bemüht Österreich sich doch: Im Standard betont der Amstettner Bezirkshauptmann Hans-Heinz Lenze, dass die Behörde fehlerfrei gearbeitet habe. "Allerdings, räumt Lenze ein, würden Josef F. und seine Frau nach den jetzigen Erkenntnissen die Kinder nicht mehr bekommen." Wenn das kein Fortschritt ist.


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