Kommentar

Die Wiener Sprechwochen

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 19/08 vom 07.05.2008

Die ewige Streitfrage, ob die Wiener Festwochen nun Wien der Welt oder die Welt in Wien präsentieren sollen, ist faktisch längst entschieden. Zum Glück. Man versteht sich weniger als international beachtete Bühne für die hiesigen Kulturszenen denn viel mehr als ein internationales Festival für das Wiener Publikum. Über alle inhaltlichen Brüche ihrer 57-jährigen Geschichte hinweg haben die Festwochen regelmäßig Künstler und Produktionen in die Stadt gebracht, die im regulären Spielbetrieb nicht oder zu wenig vertreten waren. Und es ist dabei immer wieder gelungen, Impulse zu setzen, die sich im Wiener Kulturleben nachhaltig ausgewirkt haben.

Die Gründungsidee des städtischen Festivals war freilich eine andere. Sechs Jahre nach Kriegsende wurden die Festwochen ins Leben gerufen, um "der Welt zu zeigen, was wir Wiener und Österreicher der Welt gegeben haben, als wir noch frei waren, und was wir ihr geben könnten, wenn wir wieder frei wären". Sie waren Teil jener groß angelegten


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