Ohren auf

Gutmenschenmusik

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 19/08 vom 07.05.2008

Glückliche Menschen aller Ethnien, immer singend, tanzend, lachend: Seit 15 Jahren ist die Multikulti-Harmonie auf den knallbunten Covers das unverändert unverkennbare Markenzeichen des Weltmusiklabels Putumayo (Hoanzl). Und auch wenn die naiven Zeichnungen von Nicola Heindl mittlerweile ein wenig wie aus der Zeit gefallen wirken, hat das musikalische Konzept des New York Labels - thematisch gebundene Kompilationen aus aller Welt - seinen Reiz keineswegs verloren.

Seit 1993 haben der Firmengründer Dan Storper und der Musikwissenschaftler Jacob Edgar 155 Titel zusammengestellt. "Cuba", "French Café", "Latin Lounge" und "Music from the Coffee Lands" heißen einige der größten Erfolge; insgesamt wurden 20 Millionen Alben verkauft, mit einem Teil der Einnahmen werden internationale Hilfsprojekte unterstützt. "Guarenteed to make you feel good", lautet denn auch der passende Gutmenschenslogan des Labels. Ethnomusikologische Feldforschung darf man sich von Putumayo freilich nicht erwarten.


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