"Man will dann tanzen"

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 19/08 vom 07.05.2008

PORTRÄT Vor 18 Jahren flüchtete Dimitré Dinev von Bulgarien nach Österreich. Heute ist er ein erfolgreicher Schriftsteller, sein jüngstes Stück wurde vergangene Woche am Wiener Volkstheater uraufgeführt.

Die medizinisch und ethisch nicht ganz unheikle Frage, ab wann ein Mensch als tot zu gelten habe, kann auf der Bühne ruhig etwas salopper behandelt werden. Nikodim hat einen Kübel Mörtel auf den Kopf bekommen und ist, wie die hinterbliebenen Kollegen vom Bau meinen, einen besonders blöden Tod gestorben; aber so richtig will er nicht abtreten. Zum einen, weil sich Charon als zäher Bürokrat erweist und den letal Verunfallten ohne korrekte Bezahlung des Fahrgeldes nicht übersetzen will; zum anderen, weil der Tote auch im Rahmen der alles andere als trübsinnigen Trauerfeier ein gewisses, äh, Eigenleben entwickelt und so nicht für alle handelnden Personen immer zweifelsfrei klar ist, wer hier eigentlich die Toten sind.

Das Stück "Eine heikle Sache, die Seele", das vom Wiener


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