Buch der Stunde

Verb(r)annt

Kultur | Fritz Trümpi | aus FALTER 19/08 vom 07.05.2008

Hiermit übergebe ich dem Feuer die Werke von ..." Die Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933, also vor genau 75 Jahren, war der erste Vernichtungsakt der Nationalsozialisten in Deutschland. Er war jedoch - und dies macht ihn umso brisanter - keineswegs ein "von oben" inszenierter Schlag gegen die zeitgenössische Literatur, sondern ging von der organisierten Deutschen Studentenschaft aus. Das grausliche Spektakel beschränkte sich denn auch nicht auf Berlin, sondern fand in fast jeder deutschen Universitätsstadt statt. Bei der Berliner Bücherverbrennung tat sich Joseph Goebbels mit seinem traurige Berühmtheit erlangenden Satz nur deswegen als Protagonist hervor, weil ihn die Studentenschaft als "Festredner" eingeladen hatte.

Es ist jedoch weniger dieses Ereignis, das Volker Weidermann primär interessiert, vielmehr geht es in "Das Buch der verbrannten Bücher" um die verbrannten Bücher und deren Autoren selbst. In aufwändigen Recherchen hat Weidermann Werke und biografische Bruchstücke


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