Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 19/08 vom 07.05.2008

Es geht uns gut Vor genau 30 Jahren eröffnete Hans Gratzer das Schauspielhaus. Zum runden Geburtstag lässt sich das Theater nicht lumpen: Mit Unterstützung der Festwochen leistet man sich eine Inszenierung, die normalerweise das Budget sprengen würde. Regisseur Lars-Ole Walburg ist für das Schauspielhaus eigentlich zu teuer; acht Schauspieler standen in dieser Saison noch nie gleichzeitig auf dieser Bühne. Auch der Gegenstand der Anstrengungen ist kein bescheidener: In seinem Roman "Es geht uns gut" (2005) rollt Arno Geiger am Beispiel einer Wiener Familie die ganze Nachkriegsgeschichte Österreichs auf - vom Anschluss bis zum Staatsvertrag, von Figl bis Kreisky. Der mit der Textfassung beauftragte Dramatiker Andreas Jungwirth und Regisseur Walburg haben aus dem 400-Seiten-Schmöker einen nicht einmal zwei Stunden langen Theaterabend destilliert. Die formal eher biedere Aufführung trifft den Roman nicht nur, sie übertrifft ihn auch. Das starke Ensemble (mit den Gaststars Silvia


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