Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 19/08 vom 07.05.2008

Sex

Hochzeitsnacht Im Mai heiraten alle. Ich nicht, denn mir hat noch kein Schwein jemals einen Antrag gemacht. Aber es wäre schön, wegen der Geschenke und der romantischen Hochzeitsnacht. Um die fall ich um. Ist vielleicht eh überbewertet. Die Viva-Moderatorin Gülcan und der Volksmusiker Stephan Mross zum Beispiel hatten in der Hochzeitsnacht keinen Sex. Miteinander schon gar nicht, aber auch nicht mit ihren jeweiligen Ehepartnern. Laut einer deutschen Umfrage haben mehr als 60 Prozent keinen Sex in der Hochzeitsnacht, ich schätze, die anderen 40 Prozent schnackseln aus Trotz. Mir ist die Geschichte einer Bekannten zu Ohren gekommen, die ihren neuen Ehemann zuerst in eine Badewanne mit Eiswürfeln warf, um ihn auf die Promilleanzahl runterzukühlen, die einen Hochzeitsständer biologisch ermöglicht. Ob er ihr dann die Nacht der Nächte zu bescheren imstande war, bleibt zweifelhaft. Ihre Mutter hat mir erzählt, sie hätte sie noch nie so viel weinen sehen wie am Tag danach.

Heidi List

Fussball

Die Sprache des Fußballs (10) Der Fußball ist, metaphorisch betrachtet, ein Haus. Es gibt zwei große Tore, die von Torhütern bewacht werden, und Mauern, die manchmal leider etwas lückenhaft sind. Es gibt ein Ober- und ein Unterhaus und darunter den Tabellenkeller, wo es spuken soll (das Abstiegsgespenst geht um!). Vereine, die häufig auf- und absteigen, werden "Paternosterklubs" genannt; offenbar ist das Haus also auch mit einer dieser sympathischen Umlaufaufzugsanlagen ausgestattet. Im Hinterhaus ist die Küche untergebracht - warum sonst würde man erfahrenen Verteidigern nachsagen, dass sie hinten nichts anbrennen lassen? Kein Wunder, dass die Böden des Hauses stets blitzsauber sind: Es leben ja jede Menge Abstauber, Ausputzer und Mittelfeldstaubsauger hier. Nur die Luft könnte im Fußballhaus besser sein: Das Transferfenster öffnet sich nur zweimal im Jahr.

Wolfgang Kralicek


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