Fragen Sie Frau Andrea

Bühnentauchen

Stadtleben | aus FALTER 19/08 vom 07.05.2008

Liebe Frau Andrea,

beim Kremser Donaufestival konnte man beim Konzert der wunderbaren Hidden Cameras eine wahre Stage-Diving-Orgie beobachten: Der komplette Münchner Fußballchor ließ sich vom Publikum über dessen Köpfe hieven. Woher kommt dieser Brauch, ist Bühnentauchen nicht ausgesprochen gefährlich und - wie manche anschließend meckerten - eigentlich schon "so last season"?

Rieke Kasuppke,

Wien-Ottakring, per Elektrobrief

Liebe Rieke,

die Musiker der kanadischen Queercore-Popband um Sänger, Gitarrist und Songwriter Joel Gibb sind keine Unbekannten in der Welt der singenden Fußballer. Die schwule Kirchen-Volksmusik-Combo spielte am 15. August 2007 auf Wunsch von Teenie-Idol Mehmet Scholl bei dessen Abschiedsspiel vom FC Bayern - erst in der ganz und gar unschwulen Allianz-Arena und dann auf der etwas intimeren Abschiedsfeier in der Münchner Reithalle. Dabei kam erstmal der Münchner Fußballchor, allesamt Mitglieder diverser Münchner Bands, zum Einsatz. Das Bühnentauchen wurde allerdings nicht in der Allianz-Arena erfunden und auch nicht von singenden Münchnern. Das gefährliche Abspringen von Rockbühnen samt okkasionellem Surfen im Moshpit (dem chaotischen Händewald vor den Rockbühnen) soll ein Punkpate erfunden haben. James Newell Osterberg Jr., besser bekannt unter seinem Bühnennamen Iggy Pop, gilt als einer der ersten Stagediver. Die Übung ist so spektakulär wie gefährlich und gehört dennoch zu den Untoten des Pop. Einzig auf philharmonischen Konzerten und in der Wischerl-Jazz-Szene wurde sie noch nicht beobachtet.


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