Die Brücke nach Nirgendwo

Stadtleben | Joseph Gepp | aus FALTER 19/08 vom 07.05.2008

NACHBARN Der Raum zwischen Wien und Bratislava hat Potenzial - in wirtschaftlicher und touristischer Hinsicht. Erschlossen ist er aber erst zum Teil. Jetzt wollen beide Seiten den Brückenschlag.

Dreihundert Meter hinter der herausgeputzten Barockfassade von Schloss Hof im Marchfeld endet die Zivilisation. Die Schuhe versinken im Schlamm. Die Geräusche der Vögel und Insekten klingen hier so laut wie andernorts Motoren und Menschenstimmen. Ein kleiner Ort namens Markthof liegt in der Nähe, daneben führt ein Fußweg in die Auwälder der March. Einst überquerte er den Fluss auf einer steinernen Bogenbrücke. Heute endet er kurz hinter dem Schloss, mitten im Gestrüpp. Die Verbindung in die Slowakei wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von tschechoslowakischen Kommunisten gesprengt. Nur zwei der Bögen ragen noch aus dem sumpfigen Fluss. Betritt man sie, dann warnt ein Verbotsschild vor der Einsturzgefahr. In Jahrzehnten hat meterhohes Unterholz ihr Pflaster verdrängt. Die Gesteinsbrocken,


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