Der Katzenmann

Stadtleben | Stefanie Platzgummer | aus FALTER 19/08 vom 07.05.2008

STADTMENSCH Wenn am Schottentor bunte Mandalas das Pflaster verzieren, dann war er am Werk: Metwaly. Porträt eines Einzelgängers.

Metwaly zieht an seiner Zigarette und betrachtet das Bild unter ihm. Ein Kristall bildet das Zentrum eines großen Kreises, pinkfarbene Flammen züngeln seinen Konturen entgegen. Sieht aus wie eine Sonne. "Es ist eine Katze", sagt der Straßenmaler. Metwaly will einfach nur Metwaly heißen, denn auf seinen Vornamen reagiere er nicht. Jetzt, wo es warm wird, zieht es ihn zum Schottentor. Die Kreidebilder entstehen auf dieser Verkehrsinsel zwischen Straßenbahnen und Autos. "Ich male immer hier, auf meinem Lieblingsplatz in Wien."

Damit der kommerzielle Aspekt nicht zu kurz kommt, verteilt Metwaly, 27, rundherum Kokosnussschalen. Ab und zu werfen Passanten Kleingeld hinein. Reich werde man so nicht, sagt er. Und wegen seiner abgetragenen Arbeitskleidung und den wirren Haaren hielten ihn manche für einen Obdachlosen. Im Winter, wenn er nicht malt, hält er sich


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