Nägelkauen mit Käthchen

Gregor Schenker | Kultur | aus FALTER 19/08 vom 07.05.2008

THEATER Die Auslastung am Schauspielhaus ist nicht überwältigend. Die neue Inszenierung von Kleists "Käthchen von Heilbronn" dagegen schon.

Mit 70 Prozent Auslastung im großen Haus (inklusive Freikarten, Stand Ende März) muss sich Intendantin Anna Badora etwas einfallen lassen, um die Geldgeber Stadt und Land zu beruhigen. Nächste Saison wird sie daher die Premieren von zehn auf neun reduzieren, was Kosten einspart. Gleichzeitig setzt sie auf große Namen für Titelpartien. Peter Simonischek wird unter ihrer eigenen Regie Ibsens "Baumeister Solness" geben, Udo Samel in der Inszenierung von Peter Konwitschny den "König Lear" von Shakespeare. Nachdem als inhaltliche Klammer heuer "Mitte Europas" ausgegeben wurde, heißt sie nächste Saison "Heimat". Angesichts weiterer Stücke wie "Don Carlos" und "Radetzkymarsch" könnte sie auch "Zeitenwende" oder "Paradigmenwechsel" lauten. Egal, Partys mit Motto können auch Quelle der Inspiration sein, und Trachtenromantik ist ja nicht zu erwarten.

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