hundert jahre zeitausgleich

Stadtleben | Johannes Schrettle | aus FALTER 20/08 vom 14.05.2008

Stehenderweise!

Das Motto von Freizeitmarathons kann man so zusammenfassen: Wer mehr Lebensqualität hat, hat mehr vom Leben, und das führt dann zu mehr Lebensqualität. Auch wenn Lebensqualität nicht alles ist: "Meine Lebensqualität ist viel schlechter geworden. Sicher habe ich jetzt Erfolg, Geld und noch mehr Freunde, dafür aber kaum Freizeit und wenig Schlaf", sagt zum Beispiel Niki P., der am liebsten im Frühling am Schwarzl-See auftritt, schon oft Steirer des Monats war und uns wieder zurück zum Thema führt: Der Businessmarathon der Grazer Woche am Schwarzl-Freizeitzentrum hat zu einem Eklat geführt, weil die Teilnehmer der Firma Amway laut Augenzeugen "gehenderweise telefonierten, rauchten und mit ihren teils stattlichen Kadavern die Labestationen (natürlich STEHENDerweise) verstopften ... solcherart einen Teilnehmerrekord aufzustellen und kübelweise Sekt zu gewinnen, ist eine Frechheit." "Warum gewinnt eine Herrentruppe in der Viererdamenwertung?", lautet die Frage eines anderen Teilnehmers. Neid wegen des riesigen Erfolgs der Firma Amway, die mit Direktmarketing Erfolge erzielt, wo jeder Kunde gleichzeitig Verkäufer und Freund ist? Wer das hinkriegt, kann auch einen Marathon laufen und dabei Sekt und Käsecracker abstauben, um sie dann auf dem direkten Vertriebsweg wieder zu Geld zu machen. "Typische Vertriebler", so der verächtliche Kommentar des dritten, ehrlich entrüsteten Marathonläufers.


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