Liebe Leserin, lieber Leser

Vorwort | Klaus Nüchtern | aus FALTER 20/08 vom 14.05.2008

Schon arg Amstetten?! Voll arg!! Die Exegese des „Jahrhundertverbrechens“, wie das im News-Speak heißt, der kaum einen Satz lang ohne Superlativ auskommt, ging und geht erwartungsgemäß weiter. Und wir machen eh auch mit. Julia Ortner und Barbara Tóth sind der Frage nachgegangen, wie autoritär Österreich nun wirklich (noch) ist – das Land, nicht die Zeitung. Der Psychoanalytiker August Ruhs etwa betrachtet Josef F. nicht als Symptom einer anhaltend virulenten autoritären Verfasstheit des niederen Österreichers, sondern als eine Art archäologischen Fund (siehe Seite 8ff.). Stefan Apfl wiederum hat sich um die potenzielle Wurzel des Bösen gekümmert – die (bürgerliche Klein-)Familie (S. 12), deren Kritiker sich nun anlassgemäß wieder mal bestätigt fühlen. Und dass wir Österreicher in Wirklichkeit eh nicht so arg sind, lassen wir uns von Stuart Jeffries gerne sagen (Seite 10) – sintemal er sich mit seiner Analyse vom Mainstream seiner Zeitung abhebt, des an sich seriösen


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