Schule ohne Gott

Ingrid Brodnig | Vorwort | aus FALTER 20/08 vom 14.05.2008

KOMMENTAR Die ÖVP will den verpflichtenden Ethikunterricht. Gefordert ist jetzt die ungläubige Linke.

Im Klassenzimmer hängt das Kreuz, doch Gott ist hier nur ein seltener Gast. Kaum einer besucht noch den Religionsunterricht, viele Kinder wurden nicht einmal getauft. Das ist die Realität an einigen Wiener Gymnasien. Aber nicht nur in der Großstadt, auch landesweit verliert die Kirche ihren Einfluss als moralische und belehrende Instanz. Das beunruhigt vor allem die ÖVP.

Um dem Werteverfall der Jugend vorzubeugen, will sie nun die Ungläubigen belehren: Wer nicht den Religionsunterricht besucht, soll als Ersatz im Ethikunterricht sitzen. Die SPÖ zeigt sich zurückhaltend. Immerhin haben die Schwarzen vergangene Woche erwirkt, dass das rote Unterrichtsministerium einen Plan erstellen muss, wie die Schule mit Fragen der Ethik umgehen soll. In den Augen der Volkspartei hat die Schule eben nicht nur die Aufgabe, Mathematik, Deutsch und Biologie in die Köpfe der Kinder hineinzupumpen,

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