Was war/kommt/fehlt

Politik | aus FALTER 20/08 vom 14.05.2008

Was war

Strenge Prüfung Die Austrian Airlines (AUA) kommen nicht aus ihren Turbulenzen. Am Dienstag vermeldete der Standard, Scheich Mohamed Al Jaber, ein Wiener Hotelier und Millionär, ziehe sein angekündigtes Engagement bei der AUA zurück. Al Jaber wollte 150 Millionen Euro investieren und 20 Prozent der AUA-Aktien kaufen. Nun fühlt er sich vom Chef der Linie, Alfred Ötsch, "arglistig getäuscht", da die AUA offensichtlich mehr Verluste angehäuft hat, als ursprünglich angenommen. Die AUA weist die Vorwürfe "aufs Schärfste zurück". Jetzt sitzt Ötsch am Schleudersitz und auch die ÖVP, die über ihn die schützende Hand hält, scheint von Ötsch abzurücken.

Was kommt

Strenge Gesetze Peter Westenthaler (BZÖ) wollte den Sexualstraftätern gleich alle Rechte aberkennen. Der Nationalrat aber blieb gelassen und verabschiedete vergangene Woche ein "Maßnahmenpaket gegen sexuelle Gewalt", das freilich schon vor dem Fall Amstetten geschnürt worden war. Künftig müssen Sexualstraftäter mit längeren Tilgungsfristen rechnen, sie können öfter in Therapie geschickt werden, und besonders gefährliche Täter können auch für spezielle Jobs mit Berufsverbot belegt werden. Die Grünen forderten mehr Prävention, die Blauen "chemische Kastration".

Was fehlt

Strenge Kontrolle Der mutmaßliche Vergewaltiger Josef F. hat vergangene Woche seine Sicht im Amstettner Inzest-Fall geschildert. In seinem Auftrag hat sein Anwalt Rudolf Mayer F.s Aussagen exklusiv an News übergeben - "ohne dafür Geld zu bekommen", wie der Verteidiger sagt. F. beschreibt sich als Triebtäter, der durch autoritäre Erziehung geprägt wurde und einen "Drang" verspürt habe, seine Tochter zu missbrauchen. Anwalt Mayer behauptet, F. sei zurechnungsunfähig, brauche daher Therapie statt Strafe. Medienanwälte protestieren gegen den Abdruck des Protokolls. Der Anwalt der Opfer, Christoph Herbst, kündigte medienrechtliche Klagen an.


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