Unheile Welt

Politik | Stefan Apfl | aus FALTER 20/08 vom 14.05.2008

AUTORITÄRES ÖSTERREICH? Seit die Taten von Josef F. ans Tageslicht kamen, steht die österreichische Familie unter Generalverdacht. Könnte der Fall die Grenze zwischen Staat und Familie verschieben?

Wer dieser Tage Josef F. sagt, eröffnet die Diskussion. Die Themen reichen von Inzest und Medienethik über Schuld und Sühne bis zu Gott und der Welt. Wer F. sagt, sagt aber auch Familie. Denn sein Opfer ist seine Familie. Er selbst ist das Symbol für den Feind in den eigenen vier Wänden.

Seit seine "Zweitfamilie" ans Tageslicht kam, steht die Familie selbst unter Generalverdacht, mancher Zeitungskommentator sieht in ihr gar den Hort einer patriarchalen Schreckensherrschaft, die im Keller enden kann. Aber lässt der Fall Schlüsse auf "die österreichische Familie" zu?

"Ganz klar: nein", sagt Rudolf Richter, Soziologe und Dekan der Sozialwissenschaften an der Uni Wien: "Es ist unklar, wie sich aus einem Einzelfall irgendetwas Typisches über eine ganze Gesellschaft ableiten ließe." Die


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