Im Land der anderen

Politik | Joseph Gepp / Jerusalem | aus FALTER 20/08 vom 14.05.2008

60 JAHRE ISRAEL Cheryl Ben-David und Yehuda Shaul kennen einander nicht. Aber sie haben dasselbe Problem wie ihr Land. Ein Besuch an den umkämpften Rändern Israels. Text und Fotos:

Es gibt Leute, die können zynisch und pathetisch zugleich sein. Yehuda Shaul dreht sich im Kreis, streckt die Handflächen nach oben und schaut treuherzig in die Luft. Als würde er all das Unverständliche ab jetzt nur noch von seiner scherzhaften Seite nehmen. Welcome to Hebron, sagt er. Er steht in der Straße einer Geisterstadt. Kein Mensch weit und breit. Die Türen und Fenster der alten arabischen Häuser stehen offen, drinnen zeugen Trümmer von jahrelanger Verlassenheit. Eine vergessene Spule Stacheldraht liegt im Rinnstein, da und dort wehen Fetzen von jenen dunkelgrünen Netzen, die man im Kriegsfall über Schützengräben spannt. Das ist militärisches Sperrgebiet, mitten im Kern von Hebron, der zweitgrößten Stadt des palästinensischen Westjordanlands. Auf zugeschweißten Toreinfahrten prangen


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