Presseschau

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 20/08 vom 14.05.2008

Nochmals Josef F.: Schließlich zeigt Amstetten so schön, dass Blödsinnschreiben kein Privileg des Boulevards ist. In der Zeit wird gleich im Leitartikel auf der Titelseite über die vielen Verliese in Filmen und Romanen geklagt, auch die Frankfurter Rundschau hat eine Erklärung, wie es zu dem Verbrechen kommen konnte: "Seit der feministischen Bewegung, seitdem die Frauen eine größere Freiheit erlangen konnten und sich schneller scheiden lassen, sitzen immer mehr sexuell frustrierte Männer alleine zu Hause", sagt dort der amerikanische Forensiker und Serienkillerexperte Michael Stone. Arme Kerle. "Sie kompensieren ihre verlorene Macht und Dominanz, indem sie überreagieren und Frauen brutal behandeln", analysiert Stone. Aha. Nur profil hat nun auf ein Josef-F.-Cover verzichtet und fragt stattdessen: "Wieviel Mutter braucht das Kind?" Diese Frage hat der Spiegel schon im Februar auf seinem Cover gestellt. Und als Antwort darauf eine umfassende, intensiv recherchierte Titelgeschichte geliefert. Ein bisschen kann man von den Deutschen also doch lernen.


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