Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 20/08 vom 14.05.2008

Aus Deutschland kommt ja fernsehmäßig nicht viel Gutes zu uns, ich sage nur Heidi Klum, Verona Pooth oder Thomas Gottschalk. Doch auch unsere überheblichen Nachbarn haben mal einen lichten Moment - und dabei kommt dann der "KDD -Kriminaldauerdienst" heraus (ZDF, Fr, 21.15 Uhr).Diese großartige Krimiserie zeigt das Leben und die Arbeit von Polizisten des fiktiven KDD 5 in Berlin - eine Arbeit, die sie an ihre psychischen und physischen Limits bringt, denn sie sind immer die ersten Ermittler am Einsatzort. Da sieht man auch die dreckige, realistische, deprimierende Seite des Polizeialltags, fernab von Heldenmythos und Schwülstigkeit. Polizisten, die oft selbst nicht mehr wissen, wo die Grenze zwischen falsch und richtig verläuft, und die sich auch einmal die Hände dreckig machen müssen. Die einen sind schwere Alkoholiker, die anderen pöbeln sich im Dienst tief an - das hat nichts mit den flachen Hochglanz-Formaten diverser "CSI"-Klone zu tun, und auch der "Tatort" sieht dagegen nur mehr alt aus. Denn der "KDD" zeigt etwas im Unterhaltungsfernsehen völlig Untypisches: Menschen.


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