Kritik

Stadt, Land, Frust

Kultur | Maya Mckechneay | aus FALTER 20/08 vom 14.05.2008

Alex (Johannes Krisch) arbeitet in einem Wiener Bordell als Handlanger des Chefs (Hanno Pöschl). Sein Job ist es, Champagnerkisten aus dem Keller zu holen, den Benz zu fahren und eine betrunkene Hure, die nicht zum Dienst erscheint, unter die kalte Dusche zu zerren. Hinter dem Rücken des Chefs träumt er mit der ukrainischen Prostituierten Tamara (Irina Potapenko) vom gemeinsamen Leben.

Szenenwechsel. Susanne (Ursula Strauss) lebt mit ihrem Mann Robert (Andreas Lust) in einem Einfamilienhaus am Rand einer kleinen Ortschaft. Sie bäckt Kuchen. Er mäht den Rasen und grillt gelegentlich Koteletts mit den Kollegen von der Polizei. Doch ohne die ersehnten Kinder fühlen sich Haus und Leben der beiden leer an.

Eine gute Weile lässt Regisseur und Drehbuchautor Götz Spielmann diese beiden Entwürfe ungestillten Verlangens autonom laufen. Zunächst konzentriert er sich auf Wien, mit seinen Absteigen, Separees und den schäbig betonierten Höfen. Dann auf die äußerliche Idylle des Waldviertels,


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