Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 20/08 vom 14.05.2008

Caramel Im Vorspann von Nadine Labakis Langspielfilmdebüt lernen wir, dass Karamell nicht nur zum Zähneverkleben gut ist, sondern auch als Enthaarungsmittel für Gesicht und Beine. Das Picksüße und das Schmerzhafte werden sich in den folgenden eineinhalb Stunden die Waage halten: Anhand eines kleinen Schönheitssalons in Beirut erzählt die Videoclipregisseurin Labaki von gelebter Frauensolidarität und liberalen Freiräumen ebenso wie von den Schikanen des - nicht bloß libanesischen - Frauenalltags. Die muslimische Salonangestellte Nisrine (Yasmine Al Masri) muss sich vor der Hochzeit das Hymen vernähen lassen, ihre Kollegin Rima (Joanna Mourkarzel) die Sehnsucht nach einer Kundin beim Haarewaschen sublimieren. Als Salonbesitzerin in Liebesnöten führt Labaki selbst das Laiendarstellerinnenensemble an, von dessen frischem, erstaunlich glamourösem Auftreten der Film mindestens ebenso lebt wie von seinen weichen, warmen Pink- und Orangetönen und seinen sinnlichen Bildverzierungen


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