Nüchtern betrachtet

Der sechste Mai nach sechzehn Uhr

Kultur | aus FALTER 20/08 vom 14.05.2008

Wer sich ständig und wohlfeil mit den Mächten der Finsternis befasst, wird irgendwann selber ein trüber Geselle. Auf die Dauer färbt das ab. Wir wollen hier also nicht in tageslichtlose Keller glotzen, sondern stattdessen das Tageslicht preisen. Säkularer Gottesdienst now! Sollten Sie neben der Zeitungslektüre gerne Musik hören, würde ich vorschlagen, dass Sie jetzt Ihre Kinks-Singles-Kollektion aus dem Plattenschrank holen und "Days" anwählen, das ziemlich genau vor 40 Jahren eingespielt wurde: "Thank you for the days / Those endless days, those sacred days you gave me. (…) I bless the light / I bless the light that lights on you believe me." Ward je ein ergreifenderer Gesang über das Tageslicht angestimmt? Wohl kaum (John Donne hat die sengende Sonnensau allerdings grandios beschimpft). Ich will mit meinen bescheidenen Mitteln in die gleiche Kerbe schlagen, vielleicht wird mir dereinst ja eine freundliche Nachrede beschieden sein: Unter allen Tageslichtlobern war er der schlechteste

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