Sideorders

Provisorisch

Stadtleben | aus FALTER 20/08 vom 14.05.2008

Früher, als das in Wien noch ganz ungewöhnlich und frisch war, nannte man diesen Lokalstil „berlinerisch“ oder „wie in Amsterdam“. Gemeint: Lokale mit einem gewissen spontanen, provisorischen, improvisierten, urbanen Appeal. Ein paar lustige Beispiele dafür gibt’s immer noch in der Stadt.

Radlager, 6., Windmühlgasse 2,

Mo–Fr 12–19, Sa 9–19 Uhr,

An Nüchternheit kaum zu überbieten: schöner Lagerraum mit abgekratzten Wänden und Fahrrädern, die von der Decke hängen. Es gibt: tollen Espresso, ein bisschen Wein, Schnaps & Musik.

Futuregarden, 6., Schadekgasse 6, Tel. 585 26 13, Mo–Sa 18–4, So ab 20 Uhr.

Schon ein Klassiker des Minimalismus. Das Mobiliar wurde im Laufe der Jahre konventioneller, Kunst, Musik, Bier und Menschen mit kreativen Frisuren sind aber immer noch Programm.

Elektro Gönner, 6., Mariahilfer Str. 101, Hof 1, Tel. 208 66 79,

So–Do 19–2, Fr, Sa 19–4 Uhr,

Ein von Architekten nicht besonders aufwändig umgestaltetes Exlager, in dem Getränke ausgeschenkt werden und Musik gespielt wird. Publikum: Grafiker & Co.

WerkzeugH, 5., Schönbrunner Str. 61, tägl. 16–1 Uhr,

Auch ein Lager, diesmal allerdings ein ehemaliges Werkzeuggeschäft. Eher studentisch, billige Tagesgerichte, Partyatmosphäre.

WEIN – Jutta Ambrositsch, Wiener Quereinstiegs- und Kleinwinzerin, geht bei ihren Rieslingen kellermäßig ja eher nach dem Laisser-faire-Prinzip vor. Mit dem Effekt, dass der 2007er-Riesling vom Reisenberg überraschenderweise erstmals trocken durchgärte und sich mit knackiger Säure und marilliger Frucht ziemlich fein als Terrassenwein präsentiert. Preis: E 10,–, Bewertung: 4/5 (sehr gut), bei Jutta Ambrositsch, www.jutta-ambrositsch.at


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige