Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 21/08 vom 21.05.2008

Umbruch im Falter. Viele gingen zum Standard, unter ihnen auch Mischa Jäger, der langjährige Chefredakteur. Klar, dass da plötzlich viel Personal gesucht wurde. Eine der beliebten Anzeigen des Verlags pries die freien Jobs folgendermaßen an:

"Falter Verlag sucht: Anzeigenverkäufer/innen: Wenn Sie unseren Anzeigenleiter fragen, was das Schönste am Anzeigenverkauf ist, wird er Ihnen drei Dinge aufzählen: Erstens die schönen Frauen (oder Männer, je nach Geschmack oder Geschlecht). Zweitens, das Geld. Drittens: der Erfolg. Ich sage Ihnen: Glauben Sie ihm kein Wort. In diesem Geschäft sind die Entbehrungen fürchterlich, keine Provision der Welt kann Sie dafür entschädigen, und das Gefühl, die Unabhängigkeit der Presse zu retten, wird Ihnen auch keine Berge geben. Warum haben Sie uns überhaupt angerufen?

Tipper/innen: Texte wollen erfasst sein. Das fällt schon dem Leser schwer genug. Damit es ihm aber möglich wird, gibt es Texterfasser/innen. Diese schreiben unglaublich schnell (12.000 korrigierte Zeichen pro Stunde) und durchwegs fehlerlos auf einem PC. Eigentlich brauchen Sie nicht mehr als perfekte Maschinschreibkenntnisse; Beschäftigung und Bezahlung erfolgen stundenweise.

Layouter/in und Reinzeichner/ in: Die Wochenzeitung ist eine schnelle Sache. Trotzdem haben wir es gern, dass sie gut aussieht. Dafür ist in letzter Instanz das Layout verantwortlich. Weil es oft nicht einfach ist, Geschwindigkeit, gutes Aussehen und die Vorstellungen der Redaktion unter einen Hut zu bringen, wünschen wir uns Branchenerfahrung.

Satzleiter/in: Da haben wir ihn endlich, den selbständigen Job in einem kleinen aufstrebenden Unternehmen …" Zahllose Bewerbungen legten das Fundament für unseren Erfolg. Kein Wunder, bei solchen Anzeigen! A. T.


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