Härte und Kalkül

Kultur | Ed Halter | aus FALTER 21/08 vom 21.05.2008

GASTKOMMENTAR Das Bild des österreichischen Films in den USA ist geprägt von Klischees - und hohem Ansehen.

Als ich Wien im Jahr 2004 aus Anlass der Viennale zum ersten und bisher einzigen Mal besuchte, war ich etwas überrascht. Meine Vorstellung von Österreich war maßgeblich vom zeitgenössischen Kino geprägt, von den Arbeiten von Barbara Albert, Michael Haneke, Ulrich Seidl, Nikolaus Geyrhalter und von einer langen Liste gefeierter experimenteller Filmemacher. Ich erwartete eine Nation, gekennzeichnet von verdrießlicher Perversion, mürrischen Teenagern, düsteren Landschaften sowie von brutalen Ausbrüchen unterdrückter Gefühle. Die Wiener, die ich dann traf, waren beruhigenderweise eindeutig normal und nett.

Mein letzter Tag in Wien fiel mit dem österreichischen Nationalfeiertag zusammen. Vor meinem Hotel rollte eine Panzerkolonne dahin. Ich folgte der Prozession und landete bei der Hofburg, wo ein enormes Aufgebot an modernem Militärgerät vor der monumentalen Architektur


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