Das Zittern des Anton Karas

Christian Cargnelli | Kultur | aus FALTER 21/08 vom 21.05.2008

FILM Karin Bergers "Herzausreißer" nähert sich äußerst unterhaltsam, wenn auch historisch ein bisserl schlampig, dem neuen Wienerlied.

Was ist eigentlich ein Wienerlied? Ein Lied aus Wien? Im Wiener Dialekt, von Violine und Knöpferlharmonika begleitet?

All das passt jedenfalls auf ein sensationelles Fundstück in "Herzausreißer", einen verwitterten Konzertauftritt aus dem ORF-Archiv: "Waun das koide Grausen iban Buggel kräut, a Bluatspua, die zum Heirigen fiat ..." Ein junger Roland Neuwirth und seine Extremschrammeln rocken da mit unglaublicher Energie gegen die falsche Wiener Heurigenseligkeit an. Leider bricht der Ausschnitt viel zu früh ab - und Neuwirth erzählt, wie ihm in den frühen 70er-Jahren erboste Konzertbesucher mit erhobenen Krücken nachgelaufen seien, weil er das gute, alte Wienerlied in den Dreck gezogen hätte.

Als Feindbild dieser Zeit lässt Karin Berger die damals wohl populärste Wiener Unterhaltungsfigur in deren vertrautem Ambiente, dem im ORF-Studio nachgebauten

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