"Ich bin lieber exzentrisch"

Kultur | Gerhard Stöger | aus FALTER 21/08 vom 21.05.2008

MUSIK Bei den Festwochen wird der schottische Popintellektuelle Momus chemische Formeln rezitieren. Hier spricht er über schmutzige Songtexte, schwierige Schwiegermütter und den Niedergang der Popmusik.

Ende der 80er war Nick Currie alias Momus beinahe ein Popstar. "The Hairstyle of the Devil" hieß sein kleiner Hit, und die Pet Shop Boys adelten den schottischen Popschlaumeier als Bruder im Geiste. Die Tür zur Synthie-Pop-Karriere stand weit offen, der Künstler gab eigenwilligen Homerecording-Preziosen aber konsequent den Vorzug gegenüber professionellen Studioproduktionen. Als "Marquis of Sadness" hat er sich stilisiert, als "Tender Pervert" und als "Maoist Intellectual"; sein an Serge Gainsbourg angelehntes Album "Hippopotamomus" sorgte für Aufregung, weil er das auf dem Cover abgebildete Michelin-Männchen zum fetischisierten Sexspielzeug machte. Der Reifenkonzern zeigte sich humorlos, die Platte wurde eingezogen und eingestampft.

Heute, mit 48 Jahren, treibt sich Momus lieber in


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