Eine Pause im Nichts

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 21/08 vom 21.05.2008

LITERATUR Ob mit dem Ford nach Afghanistan oder durch die Lesbenbars von Berlin: Die Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach zog ein schnelles Leben vor, das sich bald verbrauchte. Zu ihrem 100. Geburtstag sind drei neue Biografien erschienen.

Wären da nicht diese melancholischen Augen gewesen. Kein Biograf der Schweizer Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach kommt umhin, die große Wirkung ihrer Erscheinung auf die Umwelt zu betonen. Affären und Flirts mit unzähligen Frauen säumen den kurzen Lebensweg der 1942 im Alter von 34 Jahren verstorbenen Autorin. Dennoch gerät Schwarzenbach in den drei Büchern, die nun anlässlich ihres 100. Geburtstags erschienen sind, nur selten als aktive Verführerin in den Blick. Tiefe Getriebenheit und Wehrlosigkeit gegenüber dem inneren Leidensdruck sprechen aus vielen ihrer Briefe. Schwarzenbach hat ihr Leben weniger als Kapitänsfahrt denn als ständigen Schiffbruch empfunden.

Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als schlecht. Ihr Vater,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige