Buch der Stunde

Schiff aus Worten

Kultur | Alexandra Millner | aus FALTER 21/08 vom 21.05.2008

Auf den ersten Blick liest sich "Die Liegestatt", wie wir es von den Texten des eifrigen Schreibers und Fischers vom Attersee gewohnt sind: dichte Prosa, in der sich das skurrile Nebeneinander von rauschenden Klospülungen, fliegenden Zylinderkopfdichtungen und sich tummelnden Blässhühnern im Bewusstsein des lyrischen Ich zu einem synästhetischen Sprachbild amalgamiert; eine erfrischend schlanke Sprache, die von einem stillen Humor gekennzeichnet ist.

Hans Eichhorn hat mit seinem jüngsten Buch aber auch ein ausgewiesenes Manifest geschrieben - und das eröffnet sich über die leitmotivisch verwendete "Liegestatt", die zunächst ein konkretes Bett in einem verdunkelten Zimmer meint. Dorthin begibt sich die an ein Du gewandte Stimme, um sich von der realen Umgebung loszulösen und dem "anderen Ort" zuzustreben, mit anderen Worten: Sie versucht zu dichten. Dem konkreten Ausgangspunkt der poetischen Ausschweifungen wird die metaphorische Bedeutung dieser Liegestatt gegenübergestellt: "Fühlst


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