Punk macht dicken Arsch

Gerhard Stöger | Kultur | aus FALTER 21/08 vom 21.05.2008

KUNST Die Subkulturausstellung "Punk. No One is Innocent" macht die Kunsthalle zur Pankahyttn. Kann das gutgehen?

Ein bisschen wurde Thomas Mießgang bei der Eröffnung der Punkausstellung "No One is Innocent" sentimental. Es sei ein Herzensprojekt, die eigene verschwendete Jugend aufzuarbeiten, erklärte der Kunsthallen-Kurator und meinte keinesfalls nur ironisch, dass ihm negative Kritiken das Herz brechen würden. Ob der Weltmusik- und Avantgardepop-Schlaumeier einstmals tatsächlich vom Punkvirus infiziert war oder nicht, ist zweitrangig; ebenso die Frage, ob seine eigene Musiklehrer-New-Wave-Band Radical Chic in den frühen 80ern unter Punkeinfluss stand. Gesichert scheint, dass sich auch Mießgang - wie praktisch jeder popinteressierte Mensch der jüngeren Kulturgeschichte - der unglaublichen Kraft des Punk nicht entziehen konnte und es auch bis heute nicht kann.

Dass Mießgang die - vermeintliche - Straßen- und Kellerkultur des Punk jetzt in keimfreien Vitrinen zur Schau stellt, ist

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