Fragen Sie Frau Andrea

Sarközterreicher

Stadtleben | aus FALTER 21/08 vom 21.05.2008

Liebe Frau Andrea,

hierzulande ist der Familiennamen Sarközy aus Ungarn stammenden Sinti und Roma vorbehalten. Nur der französische Präsident führt seinen Namen auf einen ungarischen Adeligen zurück. Ich fände es wunderschön, wenn der eitle Staatsmann ein Abkömmling ungarischer Gitanes wäre. Wie sehen Sie das?

Olaf Arne Jürgenssen, Wiener Neustadt,

per Elektropost

Lieber Herr Olaf Arne,

ich sehe die genealogischen Anekdoten von Herrn Bruni mit großer Unaufgeregtheit. Offizielle Biografien sehen in Nicolas Sarkozy den Sohn eines ungarischen Aristoimmigranten namens Nagybócsai Sárközy Pál, der auf verschlungenen Wegen über Deutschland, Österreich und die Fremdenlegion vor der Roten Armee geflüchtet und 1949 Nicolas Sarkozys späterer Mutter, der Jusstudentin Andrée Mallah, Tochter eines wohlhabenden Urologen aus dem 17. Pariser Arrondissement, nachhaltig begegnet war. Der präsidentielle Großvater Aaron "Benico" Mallah stammte aus einer sephardisch-jüdischen Familie aus Saloniki. Für die Herkunft des Namens Sárközi, Sárközy, "aus Sárköz stammend", kommen zwei Orte in Betracht. Ein Sárköz liegt im ungarischen Komitat Tolna, ein zweites Sárköz ist eine transsilvanische Stadt im Bezirk Satu Mare. "Sarközi" haben einige prominente Österreicher in ihrem Pass stehen. Neben dem Vertreter der österreichischen Roma, dem Unterschützner Rudolf Sarközi, auch der Eurovision-Song-Contest-Veteran Anton Hans Sarközi, einem breiten Publikum unter seinem Schlagersängernamen Tony Wegas bekannt. Eine Familienähnlichkeit mit dem französischen Staatspräsidenten ist nicht zu übersehen.


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