Stadtrand

Ekelpaket

Stadtleben | aus FALTER 21/08 vom 21.05.2008

Es ist schon interessant, wofür man in dieser Stadt alles Extrageld bekommt. Gemeindebauhausmeister beispielsweise kassieren die ganz offiziell sogenannte "Ekelpaketzulage", wenn sie etwa Hundekot oder Erbrochenes aus ihrem Wirkungsbereich entfernen. Mit 58 Euro pro Häufchen ist sie nicht gerade knapp bemessen. Dass da mit wachem Blick und reger Nase ein einträglicher Zusatzverdienst winkt, hat einem Hausbesorger im offenbar besonders betroffenen Floridsdorf jetzt ein Jahr bedingter Haft wegen Betrugs eingebracht. Er fälschte die Abrechnungslisten. 200 Ekelpakete pro Jahr will der 49-Jährige auf seiner Gemeindebaustiege entdeckt und entfernt haben, 11.000 Euro Zulage in drei gewissenhaften Berufsjahren waren die bescheidene Ekelgratifikation. Sein Kollege von der Nachbarstiege hingegen brachte es nur auf sechs Pakete jährlich, laut Verurteiltem hat er ja auch viel "weniger geputzt". Könnte man nicht die Ekelpaketzulage auf die gesamte Stadtbevölkerung ausweiten? Dann hätte Wien ein Problem weniger. Aber bitte nur bei Vorweis des Tatobjekts! Nicht auszudenken, welche kreativen Ideen der Wiener sonst die Konsequenzen wären. J. G.


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