Szene/Planet Music

Salam und Sepultura

Stadtleben | Florian Obkircher | aus FALTER 21/08 vom 21.05.2008

Szene Wien und Planet Music, beide Institutionen begannen ihre Karrieren als Konzerthütten in den 80er-Jahren. Erstere wurde 1983 von der Stadthalle vom Pornokinomief seiner Vergangenheit befreit. Zweitere startete 1989 im brachliegenden Jugendzentrum Fritz. Das Eröffnungskonzert im Planet Music, das damals den Namen Rockhaus trug, bestritten Sodom und Sepultura. Ein Beginn für Hartgesottene, der exemplarisch für den musikalischen Kurs des Liveschuppens stehen sollte. Bandwettbewerbe, Classic-Rock-Nächte und jede Menge Metal dominierten die erste Dekade des Rockhauses. Nach der Umbenennung des Rockhauses in Planet Music Ende der 90er änderte sich das. Zumindest bedingt. Seitdem stehen gelegentlich auch HipHop, Elektronik oder Indie-Rock auf dem Spielplan. Türsteher in schwarzen Shirts und Whiskey-Werbetransparente signalisieren aber dennoch klar, in welcher Tradition das Planet Music steht.

Die Szene Wien dagegen war schon immer experimentierfreudig. Ob Freejazz von John Zorn oder Noise aus Japan: Die Konzertanlage mit grünem Hinterhof leistete es sich seit jeher, sich in puncto Programm etwas aus dem Fenster zu lehnen. Außerdem gilt die Szene mit einem Fassungsvermögen von 500 Personen jenen Bands, denen die Gürtellokale zu klein und Wuk oder Arena zu groß sind, als perfekte Live-Location. In den vergangenen Jahren blickt man in Simmering zudem gerne über den westlichen Tellerrand. Themenschwerpunkte wie "Focus on Israel" oder "Salam.Islam" fügen sich zwischen Elektronik, Jazz und Indie-Rock.

Jugendförderung liegt beiden Lokalen am Herzen. Das Planet Music setzt vor allem auf Band-Contests: Ob "Younxtars" oder "International Live Award", Nachwuchsbands kämpfen im K.-o.-System um die Rock-Krone. Die Szene Wien dagegen fördert lokale Acts mit Mini-Festivals wie "Daneben", das alljährlich einen Einblick in Wiener Proberäume gewährt.


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