Die Müllhändler

Politik | Flora Eder | aus FALTER 21/08 vom 21.05.2008

MÜLLENTSORGUNG Immer mehr Private drängen auf den Müllmarkt und machen aus dem öffentlichen Auftrag ein Geschäft. Wie aus Müll Geld werden kann - oder auch nicht: ein Lokalaugenschein an drei Stationen der Grazer Abfallverwertung.

Regenschirm zahlt sich hier keiner aus", meint Ralf de Roja - schmutzig wird man ohnehin. Er steht mitten am größten Müllplatz von Graz in der Sturzgasse, der Regen klatscht ihm und den Müllmännern, die hier arbeiten, ins Gesicht. Aber das stört niemanden. Mit dicken Stiefeln waten die Arbeiter durch Wasserlachen und Gatsch, mit ungelenken Bagger-Greifarmen wird Holz zerkleinert. Und das alte Einkaufswagerl, das der Bagger gerade hochhebt, scheint in seinen Händen zu schmelzen, so leicht wird es zusammengepresst. De Roja arbeitet hier bei der Abfall Entsorgungs- und Verwertungs GmbH (AEVG) Graz. Stolz zeigt er die Anlage, in der jährlich 135.000 Tonnen Grazer Müll bearbeitet werden. Ein Müllauto nach dem anderen kommt, schüttet den Abfall in eine


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