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Kultur | T. Wolkinger, H. Götz und G. Schenker | aus FALTER 21/08 vom 21.05.2008

Die Revolution ist kein Gala-Diner", heißt es einmal in Jean-Luc Godards Polit-WG-Streifen "La Chinoise". Aus diesem Grund gibt es vermutlich an der langen Tafel, um die herum sich Schauspieler und Publikum zur Premiere (und einzigen Aufführung) des ersten Teils von "M - eine Stadt sucht ihre Mitte" im Saloon des Forum Stadtpark versammelten, auch nur Soletti. Immerhin wird zwischendurch Cognac gereicht. "M" ist auch sonst ganz nahe an Godards Film, der 1967 unmittelbar vor den Studentenunruhen entstand. Mit dem Unterschied, dass eine revolutionäre Übernahme bürgerlicher Machtstrukturen heute weiter weg ist denn je - schon allein aus dem Grund, weil es das Bürgertum so nicht mehr gibt. Nur mehr Ikea. In Form einer "lecture performance" bricht die "Zweite Liga" rund um Johannes Schrettle daher von der kargen Tafel auf und begibt sich auf eine ebenso unfertige wie virtuose Suche nach einer neuen Mitte, einem "Zuhause". Kein fertiges Stück, dafür aufregend klare Bilder für vage Ideen,


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