Eine Hetz, diese Medien

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 22/08 vom 28.05.2008

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Was tun, wenn Medien ihre Grenzen überschreiten und ihre Rechte missbrauchen?

Die Massenmedien: Diskutieren wir eine Chimäre, wenn wir uns mit ihnen befassen? Können wir ihrer Auswüchse per Gesetz Herr werden? Dienen sie zu nichts anderem als zur Aufschaukelung von Schaulust und Publikumshetz? Das Wort Hetz, Geschichtsinteressierte wissen es, stammt von der Tierhetze. Noch zu Zeiten der Aufklärung war eine solche Tierhetzarena in Wien beheimatet. Die Hetzgasse im dritten Bezirk erinnert an den Ort, wo Hunde, Bären und anderes Getier aufeinandergehetzt wurden, um sich zum Gaudium des Publikums gegenseitig zu zerfleischen.

Die Medien, dieses unser Lebenselement, machen naturgemäß das Leben zur Hetz, in sublimierter Form, wenn auch nicht unbedingt sympathischer als die Bären- oder Hundetreiber. Die Berichterstattung in den Fällen Kampusch und Amstetten hat journalistische Grenzen missachtet - sofern man meint, dass Journalismus mit Wahrheitsfindung zu tun hat


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