"Warum ist Integration das Ziel?"

Politik | Isolde Charim | aus FALTER 22/08 vom 28.05.2008

ZUWANDERUNG Der Migrationsforscher Rainer Bauböck im Gespräch über die Wiederkehr staatlich auferlegter Bürgertugenden, die Diaspora als elitäres Projekt und warum Abschottung nicht immer das Problem ist.

Rainer Bauböck ist einer der angesehensten Migrationsforscher Europas. Seit 2007 lehrt der Österreicher am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz.

Falter: Ist ein guter Staatsbürger, wer bei der EM die Daumen drückt?

Rainer Bauböck: Nein.

Welche Art von Zugehörigkeit braucht eine Demokratie dann?

Sicherlich nicht eine zum nationalen Sportteam. Es braucht eine Akzeptanz der Grundwerte und des Rechtsstaats. In Europa gibt es aber einen neuen Trend, die Staatsbürgerschaft mit der Pflicht zur Teilnahme an der Zivilgesellschaft zu verbinden. Und da ist das Daumendrücken für die Nationalmannschaft noch das Geringste. Was neu auftaucht, ist die Vorstellung, dass man auch verpflichtet werden kann, sich freiwillig zu engagieren. Das ist die Wiederkehr der staatlich auferlegten Bürgertugenden.


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