Presseschau

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 22/08 vom 28.05.2008

Blöd gelaufen. Auf der Leserbriefseite bedauert Profil seine "unreflektierte Bildauswahl". In einer Eigenwerbung hatte das Magazin ein Foto von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer mit dem Text: "Und wo immer auch ein Fettnapf steht, da tapp ich voll hinein", einer Liederzeile von Reinhard Mey, geschmückt. Richtiger Text, falsches Foto. Denn das stammt, wie Andreas Schieder, außenpolitischer Sprecher der SPÖ, in einem Leserbrief kritisiert, von einem Besuch des Kanzlers in der Gedenkstätte Parque de la Paz der Villa Grimaldi in Santiago de Chile. Und in der Villa Grimaldi war ein Folterzentrum der Pinochet-Diktatur. Profil entschuldigt sich zu Recht dafür, dass es ein Agenturfoto verwendete, auf dem nicht klar erkenntlich war, an welchem Ort es aufgenommen wurde - und damit auch jeder nochmals ganz groß und in Farbe sehen kann, was da für ein blöder Fehler passiert ist, wird die Eigenwerbung aus der Folterkammer auf Seite 34 derselben Ausgabe nochmals abgedruckt. Daneben steht "Bestes Magazin Österreichs". So etwas nennt man wohl Wort-Bild-Schere.


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