Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 22/08 vom 28.05.2008

Ich sage nur Johannes B. Kerner, und jeder weiß, was gemeint ist: ein Nervtöter, ein schleimiger. Dieser Mann, der mittlerweile, gleich nach Thomas Gottschalk und Günther Jauch, den deutschen Fernsehmarkt dominiert, ist gerade deswegen so schwer zu ertragen, weil er derartig nett ist. Und wunderbar durchschnittlich, dem kann keiner richtig neidig sein, egal ob er tausend Sportsendungen moderiert, mit Millionen Gästen bei "Johannes B. Kerner" plaudert oder Werbung für Billigflieger macht. Kerner ist mittelschlau, mittelschlank, mittelblond, mittelfesch, mittellustig und mittelsensibel - der optimale Dompteur im Fernseh-Quatschrundenzirkus. Er ist ein Mensch von so großer Harmlosigkeit, dass man es manchmal kaum glauben kann. Seine bemühten Wald- und-Wiesen-Fragen, selten unterbrochen von einer "frechen" Anmerkung, beruhigen den müden Unterhaltungskonsumenten wie ein Mantra. Richtig gut ist Kerner eigentlich nur dann, wenn süße kleine Tiere (asiatischer Zwergotter mit Fisch, Babytiger mit Spielzeug) wild um seinen Moderatorentisch wieseln - dann freut er sich so schön wie ein Kind.


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