Kommentar

Sudelgünter und das saubere Lottchen

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 22/08 vom 28.05.2008

Am 7. Juni feiert 1968 seinen 40. Geburtstag. Jedenfalls in Wien. An diesem Tag, im Übrigen ein Freitag, fand auf Einladung des Sozialistischen Österreichischen Studentenbundes (SÖS) im Hörsaal 1 des Neuen Institutsgebäudes (NIG) das legendäre Happening „Kunst und Revolution“ statt, in dessen Rahmen eine Gruppe von Künstlern für Brandreden (Peter Weibel), unverständliche Vorträge (Oswald Wiener), Sadomaso-Show (u.a. Otto Mühl) und dafür sorgte, dass die Aktion als „Uni-Ferkelei“ bekannt werden sollte (Günter Brus). Gewiss wird man angesichts dieses Jubiläums noch einmal gründlich über Österreich und 68 nachdenken und für die ästhetische Schlagseite dieser „heißen Viertelstunde“ (so der Titel von Fritz Kellers Standardwerk über den Wiener Mai 68) eventuell den Katholizismus verantwortlich machen.

Ein Sprung in die Gegenwart. Im Februar veröffentlichte Charlotte Roche mit „Feuchtgebiete“ einen Skandalroman ohne begleitenden Skandal. Das Buch hat sich mittlerweile


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