Funny Games U.S.

Was man nicht sieht, kann man sich dazudenken

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 22/08 vom 28.05.2008

Es sind zynische Spielchen, die Peter und Paul, zwei wie aus dem Ei gepellte und zunächst um keine Höflichkeit verlegene Burschen, mit ihren arglosen Opfern treiben: mit Ann und George Farber, einem gutsituierten Ehepaar, das übers Wochenende samt Kind und Hund zum Segeln in sein Haus am See gefahren ist.

"Funny Games U.S." ist Michael Hanekes amerikanisches Remake von "Funny Games", den er zehn Jahre vorher beim Filmfestival von Cannes vorgestellt hatte. Bild, Ton, Dialog, Schnitt entsprechen - Szene für Szene - dem Original. Und natürlich ist auch die Absicht des Filmemachers dieselbe geblieben: Das p.t. Publikum mit seiner "Parodie eines Thrillers" (Haneke) zu provozieren und dessen Erwartungen buchstäblich auf den Kopf zu stellen.

So nehmen sich die "Funny Games" in erster Linie wie eine Negativfolie zu den recht betulichen Bedrohungsszenarien aus, wie man sie bereits vom klassischen Hollywoodkino her kennt. 1955 nistete sich Humphrey Bogart in "The Desperate Hours" (1990 von Michael


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