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Kultur | aus FALTER 22/08 vom 28.05.2008

ERZÄHLUNGEN

Norbert Silberbauer: Sieben Sündenfälle

Nachdem sich Norbert Silberbauer bereits an den zehn Geboten mit schwarzem Humor abgearbeitet hat („Die elf Gebote“, 2002), hat er sich nun die sieben sogenannten „Todsünden“ vorgenommen und macht diese vornehmlich an Hechten des Provinzkarpfenteichs dingfest, die die Hälfte des Lebens bereits überschritten haben. Der Bürgermeister, der nach 51 Weihnachtsfeiern die Nerven verliert; der Redakteur, der nicht aus dem Bett kommt; der Hochzeitsmusiker, dessen Eroberungen ihn immer weniger befriedigen; das 50-jährige Geburtstagskind, das sich von seinen Freunden verraten fühlt; der Witwer, der sich mit der Katze tröstet; der angehende Pensionist, der aus der Spirale der Wollust kaum mehr herausfindet; und der gealterte Fußballer, der dem Verfall nur noch mühsam trotzt – sie alle sind auf lose Weise mit einer der „Todsünden“ verbunden, die nach der klassischen Theologie aus Charakterfehlern entstehen und im Laufe der


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