"I Furiosi" im Rabenhof

Testosteron und Männerschweiß

Kultur | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 22/08 vom 28.05.2008

Fußball, Fans & Prügeleien" verspricht das Rabenhof Theater für den Fußballsommer: "I Furiosi - Die Wütenden", die Vertheaterung des Romans von Nanni Balestrini. Regisseur Thomas Gratzer lässt zwei Schauspieler (Holger Schober, Sebastian Wendelin, beide großartig) und zwei Musiker (Siegmar Aigner, Didi Bruckmayr, gewohnt furios) die Höhen und Tiefen gewaltgeiler Anhänger des AC Milan durchleben. Sie erzählen von zerlegten Sonderzügen, abgefackelten Stadien, Prügeleien mit gegnerischen Ultras und der Polizei, von Alkohol, Drogen und Fangesängen. In pausenlosen 60 Minuten wird dabei jede Menge Testosteron und Männerschweiß freigesetzt, es wird gegrölt, gebrüllt und Lärm gemacht - elektronisch wie mechanisch. Am Ende sind alle erschöpft und heiser, das Publikum ist auch bedient ob so viel absurder Gewalt. Vor fünf Jahren gab's bei den Wiener Festwochen schon einmal eine Bühnenfassung des Balestrini-Buchs zu sehen - mit mehr Figuren und einem beeindruckenden Fanchor-Chor. Obwohl im Rabenhof Schwerstarbeit geleistet wird, fehlt hier ein bisschen die Macht der Masse. Dafür ist es laut. Richtig laut. Empfindliche sollten das Ohrstöpselangebot annehmen.

Noch am 29. und 30.5. sowie am 5. und 6.6.,

20 Uhr, im Rabenhof.

Karten: Tel. 712 82 82 oder www.rabenhof.at


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