Eine braune Geschichte

Politik | Herwig G. Höller | aus FALTER 22/08 vom 28.05.2008

ZEITGESCHICHTE Im obersteirischen Schloss Trautenfels wurde die Vergangenheit nie bewältigt. Sogar die Erinnerung an einen Holocaustleugner wird dort hochgehalten. Und möglicherweise ist die Immobilie ein Restitutionsfall.

Für beträchtlichen Wirbel auf Schloss Trautenfels sorgte kürzlich die Falter-Kritik (siehe Ausgabe 16/08) an einer Personale des Landschaftsmalers Emmerich Millim, in der auf skandalös unkritische Weise Nazikunst präsentiert wurde. Ein eher geschocktes Joanneum, in dessen Verantwortung das heutige "Landschaftsmuseum in Schloss Trautenfels" seit Mitte der Fünfzigerjahre liegt, reagierte rasch, die Grazer Historiker Gerhard Dienes und Heimo Hofgartner ergänzten die Ausstellung um absolut nötige kritische Kommentare. Im Ennstal hingegen hielt sich das Verständnis für diese Kritik in Grenzen, das lokale Leitmedium Der Ennstaler schrieb gar von einer "fragwürdigen Diskussion".

Kein Wunder, die Millim-Ausstellung war kein "Ausreißer". Sie ist Symptom. Dafür, dass


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