Wieso ein Dieb sterben musste


Florian Klenk
Politik | aus FALTER 23/08 vom 04.06.2008

AFFÄRE Drei falsche Polizisten geraten in einen Kugelhagel. Einer stirbt. Nun zeigt sich: bei der Amtshandlung regierten Angst, Chaos und Vertuschung.

Österreich muss dem Rumänen Dumitru C. wohl wie eine Art Schlaraffenland erschienen sein. "Wir haben in Bukarest gehört", sagt der Hilfsarbeiter, "dass es in Österreich möglich wäre, Geld zu stehlen, indem man sich als Polizist ausgibt" - eine lohnende, einfache und vor allem ungefährliche Sache. Dumitru C. und seine drei Kumpanen freilich wussten nicht, wie falsch sie die Lage einschätzten.

Am 19. April, gegen vier Uhr morgens, saß Dumitru C. deshalb in seinem von Kugeln durchsiebten Alfa Romeo, der auf einer Böschung bei der Raststation Rannersdorf-Schwechat zu stehen kam. Der Motor war abgestorben, es roch nach Staub und Gummi, die Warnblinkanlage klickte - und ein Röcheln war zu hören. Dumitru C. hielt seinen Bruder in den Armen. "Ich habe ihn geschüttelt", sagt Dumitru, "ich habe, Vasile!' gerufen. Aber er ist nicht aufgewacht."

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