Ohren auf

Nordic Emotion

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 23/08 vom 04.06.2008

Da kalbt der Eisberg, da rappelt's im Gefrierfach: Der einst gehypte Nils Petter Molvær, der vor einem Jahrzehnt mal ein interessantes Album eingespielt hat ("Khmer"), macht weiter. Wer also von Trompetenpneuma und pumpenden und schleifenden Beats nicht genug kriegt: "Re-Vision" (Sula/Universal) bietet weitere ausgekühlte Soundscapes aus Norwegen.

Der Skandinavier, wie wir ihn kennen, gilt ja nicht unbedingt als übermäßig verboser Gefühlsmensch. Drückt man ihm ein Instrument in die Hand, gibt's aber oft kein Halten mehr. Der norwegische Pionier des epischen Gitarrengesangs Terje Rypdal und sein Partner, der Pianist Ketil Børnstad (der übrigens auch ein überaus produktiver Schriftsteller ist), lassen "Life in Leipzig" (ECM/Lotus) ihrem emotionalen Überschwang aber dermaßen freien Lauf, dass es schon als indezent gelten darf. Da dosiert ihr Landsmann Mathias Eick, der schon auf dem letzten Album von Manu Katché sehr gute Figur machte, seine Gefühle doch wesentlich besser. "The


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