"Ich bin nicht Mitte"

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 23/08 vom 04.06.2008

1968 Fritz Keller ist der Archivar der Wiener 68er-Bewegung. Als Historiker undLebensmittelpolizist, Autodidakt und Professor ist er selbst ein typischer 68er. Ein Witz über die 68er-Generation geht so. Fragt der Journalist den Professor: "Was haben Sie studiert?" Antwortet der Professor: "Nix!" Fritz Keller hat diesen Witz nicht erfunden, sondern gelebt, und lacht, wenn er erzählt, wie er zum Professor honoris causa wurde. Ein befreundeter Zeithistoriker wollte nicht länger mitansehen, dass sein Kollege mit 50 Jahren noch immer als Lebensmittelpolizist mit der Kühltasche durch die Kneipen ziehen muss, und schlug den Autor zahlreicher Werke über die Arbeiterbewegung für den Ehrentitel vor. Die "unterste Normalkarriere" machte dann tatsächlich einen Sprung nach oben und Keller bekam eine leitende Stelle im Wiener Marktamt. Ansonsten habe ihm der Titel nicht viel gebracht, sagt der nunmehr 58-jährige Pensionist, dem nach der Matura das Geld für ein Studium fehlte, "außer dass man


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