Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 23/08 vom 04.06.2008

Ines Doujak, Martin Walde Vor ein paar Wochen wurde ein Bild bei der Alfred-Hrdlicka-Ausstellung im Dommuseum wegen des Vorwurfs von Blasphemie zensuriert. Dass der bornierte Zugang zur Kunst nicht der einzige in der Kirche ist, beweist nun eine von Pater Gustav Schörghofer kuratierte Schau in der Zacherlfabrik. Beim Betreten der hinter orientalischer Fassade versteckten Ausstellungshalle riecht man sofort Weihrauch. Dieser entweicht aus dem nackten Hinterteil einer großen Frauenskulptur von Ines Doujak. Heiliges Räucherwerk als Flatus bleibt dort nicht die einzige Überraschung, denn die weiße Figur in der Doggy-Stellung reißt sich gerade mit Pinzette und Spiegel ein Barthaar aus. Kritik an Sexismus und Geschlechternormen fällt bei Doujak nie humorlos oder lustfeindlich aus. Neu ist die Arbeit im Medium klassischer Skulptur. Ein wenig trashig wirkt dagegen die Installation von Martin Walde, und es scheint nicht so, als ob dieser Effekt beabsichtigt gewesen wäre. Der Künstler hat


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