So teuer ist billig

Stadtleben | aus FALTER 23/08 vom 04.06.2008

Billigfliegen ist oft nicht ganz so billig, wie es auf den ersten Blick scheint. Zum günstigen Preis (der in der Regel nur wirklich supergünstig ist, wenn man den Flug Monate im Voraus bucht) kommen nämlich meist noch eine ganze Reihe Extrakosten. Kreditkartengebühr wird da für jede einzelne Buchung verrechnet (Easyjet möchte z.B. 7,50 Euro haben), Fluglinien verlangen Zuschläge für telefonische Buchungen oder den Kauf am Schalter. Dazu kommen Flughafengebühren und Kerosinzuschlag. Auch Sitzplatzreservierung kostet extra. Air Berlin möchte dafür zehn Euro haben. TUIfly verlangt neun Euro, für einen Sitz mit Beinfreiheit beim Notausgang sogar 25 Euro. Mehr als 20 Kilo Gepäck mitzuführen, war immer schon teuer. Ganz neu sind jetzt Gepäckgebühren. Wer bei Germanwings einen Koffer mit auf die Reise nehmen möchte, zahlt beim Einchecken zehn Euro drauf (wer online den Koffer anmeldet, zahlt fünf Euro). Ryanair berechnet sogar 20 Euro pro Koffer. Wenn das Gepäck mehr als 15 Kilo wiegt, kostet jedes Kilo.

Getränke, Verpflegung, Bordprogramm muss man bei den meisten Billigfluglinien ohnehin schon zahlen. Air Berlin und Fly Niki bieten immerhin Snacks und Erfrischungsgetränke gratis an, Kopfhörer kosten aber auf Kurzstrecken. Andere Airlines nerven ihre Kunden dafür mit Reklameberieselung an Bord.

Hier noch ein paar Ideen, was Billigfliegern künftig noch einfallen könnte, um die steigenden Kosten für Treibstoff abzufangen: Wie wäre es mit einer Übergewichtszulage? Wer weniger wiegt, zahlt auch weniger! Asiatische Fluglinien überlegen schon, Stehplätze einzuführen, um mehr Passagiere auf gleichem Raum unterzubringen. Eine Toilettenabgabe hätte vielleicht weniger Spülwasser und weniger Personalkosten zur Folge. Auch Handyempfang gegen Extragebühr wäre sicher eine interessante Einnahmequelle. Flugbegleiter- und pilotenlose Flüge sind allerdings undenkbar. Aus Sicherheitsgründen.


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